
Beschreibung
Auf dem Weg zu meinem persönlichen naturspirituellen Weltbild und gelebten Alltag war der Jahreskreis und damit die Rückverbindung an die natürlichen Kreisläufe von Anfang an wichtig. Manchmal vertiefe ich mich in Quellen über Überlieferungen aus Sagen, Brauchtum und Archäologie, und zu anderen Zeiten setze ich mich einfach nach draußen und spüre. Für mich ist es entscheidend, diese traditionellen Quellen mit modernen, ökologischen und nachhaltigen Ansätzen zu verbinden.
Am Ende werfe ich all die Recherche und Gedanken zusammen und lasse meine Intuition entscheiden, was in einem Jahr gerade wirklich wichtig ist.
Natürlich könnte ich einfach auf Instagram gehen und mich dort jemandem anschließen, aber für mehr als eine Inspiration reicht es am Ende meist nicht. Dafür sind mir manche Aussagen zu allgemein oder die Schlüsse nicht passend genug. Daher werde ich mich bei den Beschreibungen der Feste in diesem Artikel auf einige wenige Grundlagen beschränken. Dafür werde ich zu jedem Fest einen eigenen Beitrag verfassen, in dem ich beschreibe, wie sich die Energie der Zeit für mich in einem Jahr spezifisch zeigt und welche Themen mich am meisten umtreiben.
Der moderne Jahreskreis
Berechnung der Feiertage
Wir sind es gewohnt, dass die meisten Feiertage ein festes Datum haben, da sie klar in unserem Kalender positioniert sind. Vier der acht Jahreskreisfeste folgen diesem Muster: Sie sind, wie unser Gregorianischer Kalender, an der Sonne orientiert. Die vier solaren Feste sind die Tagundnachtgleichen Ostara und Mabon sowie die Sonnenwenden Yule im Winter und Litha im Sommer [1]. Sie entsprechen den „offiziellen“ Daten, die den Beginn einer neuen Jahreszeit markieren – dem jeweils 21. des Monats. Einige Traditionen positionieren auch die übrigen vier Feste (Imbolc, Beltane, Lughnasadh und Samhain) im solaren System und weisen ihnen jeweils die Nacht eines Monatsübergangs beziehungsweise den 1. des jeweiligen Monats zu.
Doch der Gregorianische Kalender bzw. die solaren Kalender allgemein sind eine relativ junge Art der Zeitmessung. In früheren Zeiten war es für die Menschen einfacher, sich am Mondlauf zu orientieren. Diese Art der Zeitrechnung wird daher als lunar bezeichnet. In ihr werden Abstände in Mondzyklen berechnet und auf Vollmond bzw. Neumond bezogen. Zum Beispiel kann das Datum für Imbolc folgendermaßen bestimmt werden: Ausgehend von Yule, dem 21.12., werden die Vollmonde gezählt. Am zweiten Vollmond wird dann Imbolc gefeiert. Da Yule ein solarer Feiertag ist und daher immer an einem anderen Punkt im lunaren Zyklus stattfindet, verschiebt sich Imbolc dadurch jedes Jahr um bis zu zwei Wochen.
Welche Bedeutung haben diese Daten für uns in der Moderne?
Hier betreten wir den Bereich der Überzeugungen. Manchen Menschen ist es wichtig, am „richtigen“ Tag zu feiern – je nach Tradition kann das einer anderen Berechnung folgen. Unbestreitbar ist jedoch, dass die Feste als Höhepunkte einer Phase im Jahreskreis stehen und mit den Themen dieser Jahreszeit verknüpft sind. Doch was tun, wenn jemand z.B. nach Australien auswandert? Auf der Südhalbkugel kehren sich die Jahreszeiten um. Ich würde in diesem Fall auch die Feiertage vertauschen, denn mir geht es vorrangig um die Verbindung zur Natur und ihren Jahreszeiten. Wer in einem Bereich lebt, in dem die vier Jahreszeiten keine Rolle spielen, darf sich nach anderen Feiertagen umschauen.
Zwischen der Klimaerwärmung und den Vorzügen der Technik spielen die Jahreszeiten für die meisten von uns im Alltag eine untergeordnete Rolle. Warum sich also die Mühe machen, sich trotzdem hineinzufühlen? Ich habe festgestellt, dass sich die alten Themen unserer (oder zumindest der britischen) Vorfahren durchaus auf die jetzige Zeit übertragen lassen – mit ein wenig kreativer Betrachtung.
Bald gib es mehr zu einzelnen Jahreskreisfesten.
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